Lang erwartete Einführung der Facebook-Libra

Lang erwartete Einführung der Facebook-Libra nach umfangreichen Überarbeitungen

Die Libra-Krypto-Währung von Facebook nähert sich endlich ihrem Starttermin, der schon im Januar 2021 liegen könnte.

Laut FT planen Facebook und der Rest der in Genf ansässigen Waage-Vereinigung, in den kommenden Monaten eine auf Dollar basierende stabile Münze auf den Markt zu bringen.

Die Einführung der bei Bitcoin Bank einzigen Stablecoin ist eine verkleinerte Version des ursprünglichen Plans der Vereinigung, mehrere Stablecoins auf den Markt zu bringen, die durch verschiedene traditionelle Währungen gestützt sind.
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Die Entscheidung der Libra Association, die Einführung einer ehrgeizigeren Kryptowährung zu verschieben, ist zum Teil auf regulatorische und politische Kritik zurückzuführen.

Zukunft des Zahlungsverkehrs in Europa

Fabio Panetta, Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), kritisierte am Freitag auf der Konferenz der Deutschen Bundesbank zur Zukunft des Zahlungsverkehrs in Europa die rasante Ausgabe von Stablecoins verschiedener großer Technologieunternehmen und bekräftigte damit seine Meinung, dass solche digitalen Zahlungsoptionen große Risiken für die Verbraucher bergen.

„Wie ich bereits früher argumentiert habe, werfen Stablecoins Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes und der finanziellen Stabilität auf. Tatsächlich kann der Emittent einer Stablecoin die Gewissheit über den Wert des Zahlungsinstruments, das er den Verbrauchern anbietet, nicht garantieren. Eine solche Garantie kann nur von der Zentralbank gegeben werden.“

Panetta setzt sich weiterhin für eine flüssige und anpassungsfähige Reaktion der Zentralbanken auf die, wie er es nennt, „digitale Transformation“ des Zahlungsverkehrs ein. Das Vorstandsmitglied der EZB betont, dass es die Zentralbanken sind, die die wichtigste Rolle bei der Bestimmung des Verlaufs der Währungsrevolution spielen sollten, und nicht die Technikgiganten.

„Die digitale Transformation löst eine Revolution im Finanzsektor aus, die Innovation, aber auch Risiken mit sich bringen wird. Vor allem große Techs und Stablecoins könnten das europäische Finanzsystem stören. Und während sie bequeme und effiziente Zahlungslösungen anbieten könnten, riskieren sie auch eine Gefährdung des Wettbewerbs, der Privatsphäre, der finanziellen Stabilität und sogar der Währungssouveränität…

In dem Maße, wie privates Geld digital wird, muss auch souveränes Geld neu erfunden werden. Dazu muss Zentralbankgeld unter allen Umständen verfügbar bleiben – natürlich in Form von Bargeld, aber möglicherweise auch als digitaler Euro“.

Trotz internationaler Gegenreaktionen planen die 27 Mitglieder der Waage-Vereinigung, zu denen auch Facebook gehört, zu einem späteren Zeitpunkt zusätzlich zu ihrer Dollar-Münze noch stabilere Münzen auf den Markt zu bringen.